Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Zivilisation</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilisation"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Zivilisation rootpage-Zivilisation skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Zivilisation</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>Zivilisation</b> (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic"><i>civis</i></span>: ‚römischer Bürger‘, ‚Städter‘; seit dem Hochmittelalter ‚<a href="B%C3%BCrger" title="Bürger">Bürger</a>‘)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wird eine komplexe menschliche <a href="Gesellschaft_(Soziologie)" title="Gesellschaft (Soziologie)">Gesellschaft</a> bezeichnet, bei der die sozialen und materiellen Lebensbedingungen durch wissenschaftlichen und <a href="Technischer_Fortschritt" title="Technischer Fortschritt">technischen Fortschritt</a> ermöglicht und von Politik und Wirtschaft geschaffen werden. Ein lediglich von der Geschichtswissenschaft für vergangene Zivilisationen verwendetes Synonym ist <b><a href="Hochkultur_(Geschichtswissenschaft)" title="Hochkultur (Geschichtswissenschaft)">Hochkultur</a></b>. Historisch diente der Begriff „Zivilisation“ in der Regel nämlich schlicht als Eigenbezeichnung größerer und „fortschrittlicherer“ <a href="Kultur" title="Kultur">Kulturen</a> zwecks Abgrenzung jener Kulturen von kleineren, <a href="Naturvolk" title="Naturvolk">vermeintlich „primitiveren“ Kulturen</a> wie <a href="J%C3%A4ger_und_Sammler" title="Jäger und Sammler">Jäger-und-Sammler</a>-Gesellschaften.
</p><p>Allgemeingültige Kennzeichen für Zivilisationen sind die Bildung von <a href="Staat" title="Staat">Staaten</a> inkl. <a href="Regierung" title="Regierung">Regierungen</a>, <a href="Soziale_Schicht" title="Soziale Schicht">soziale Schichtung</a>, <a href="Spezialisierung" title="Spezialisierung">Spezialisierung</a>/<a href="Funktionale_Differenzierung" title="Funktionale Differenzierung">Funktionale Differenzierung</a> und <a href="Arbeitsteilung" title="Arbeitsteilung">Arbeitsteilung</a>, <a href="Urbanisierung" title="Urbanisierung">Urbanisierung</a> und <a href="Symbol" title="Symbol">symbolische</a> Kommunikationssysteme (z.&nbsp;B. eine Schrift). Weiter zeichnen Zivilisationen oft <a href="Expansionismus" title="Expansionismus">Expansionismus</a>, <a href="Steuer" title="Steuer">Steuern</a>, <a href="Monumentalkunst" title="Monumentalkunst">monumentale Architektur</a> und eine gesamtgesellschaftliche Abhängigkeit von der <a href="Landwirtschaft" title="Landwirtschaft">Landwirtschaft</a> aus. Fast alle Zivilisationen besitzen außerdem eine Ideologie, die <a href="Fortschritt" title="Fortschritt">Fortschrittsglaube</a> beinhaltet sowie die Überzeugung, dass bestimmte soziale Gruppen anderen überlegen sind. Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass Zivilisation <a href="Macht" title="Macht">Macht</a> auf wenige Menschen zentralisiert und damit deren Kontrolle über andere Menschen sowie über die Natur ausweitet.
</p><p>Die ersten Zivilisationen entstanden mit dem Ende der <a href="Neolithische_Revolution" title="Neolithische Revolution">Neolithischen Revolution</a>. Seit einigen Jahrzehnten verbreitet sich die Ansicht, dass alle derzeit lebenden Menschen zusammen mittlerweile nur noch <a href="Weltgesellschaft" title="Weltgesellschaft">eine Gesellschaft</a> und damit auch nur noch eine Zivilisation bilden. Daher wird heute in der Regel synonym zu <a href="Menschheit" class="mw-redirect" title="Menschheit">Menschheit</a> nur noch von <i>der</i> Zivilisation gesprochen (bzw. „unserer Zivilisation“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>). Das Ende einer Zivilisation oder der menschlichen Zivilisation insgesamt wird als <a href="Zivilisationskollaps" title="Zivilisationskollaps">Zivilisationskollaps</a> bezeichnet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriff">Begriff</h2></div>
<p>Der Begriff <i>Zivilisation</i> ist von dem im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegten Adjektiv <i>zivil</i> (‚bürgerlich‘) abgeleitet. Im 18. Jahrhundert benutzte man im <a href="Frankreich" title="Frankreich">Französischen</a> die Idee der Zivilisation als Gegensatz zum Begriff „<a href="Barbarei" title="Barbarei">Barbarei</a>“. So konnten nichteuropäische Gesellschaften als unzivilisiert charakterisiert werden. In den romanischen und angelsächsischen Sprachen ist <i>civilisation</i> bzw. <i>civilization</i> synonym zu <i>culture</i> bzw. <i>cultura</i>, nur das <a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">Deutsche</a> unterscheidet „<a href="Kultur" title="Kultur">Kultur</a>“ und „Zivilisation“.
</p><p>Die <a href="Geschichtswissenschaft" title="Geschichtswissenschaft">Geschichtswissenschaft</a> versteht unter Kulturen großräumige und langlebige Gebilde, die eine große Prägekraft entwickeln, obwohl sie häufig eine Vielzahl von Erscheinungsformen und Entwicklungsstufen aufweisen.
</p><p>Die heutige Definition von Zivilisation in der internationalen Politik versteht diese bildlich vorgestellt als „Kulturdach“ für mehrere ähnlich gelagerte Kulturen, die geographisch nicht aneinander gebunden sein müssen. Staaten einer Zivilisation teilen eine <a href="Weltanschauung" title="Weltanschauung">Weltanschauung</a>. Kultur wird in diesem Zusammenhang definiert als lokal begrenzte, Sinn stiftende Produktion von gemeinsamen Werten und Normen. Im Anschluss an den Sozialwissenschaftler <a href="Norbert_Elias" title="Norbert Elias">Norbert Elias</a> und dessen Theorie <i><a href="%C3%9Cber_den_Proze%C3%9F_der_Zivilisation" title="Über den Prozeß der Zivilisation">Über den Prozeß der Zivilisation</a></i> wird der Begriff auch im Sinne von „Zivilisierung“ verwendet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Der Begriff <i>civilisation</i>, der sich im ausgehenden 18. Jahrhundert ursprünglich auf die französische Gesellschaft des <a href="Ancien_R%C3%A9gime" title="Ancien Régime">Ancien Régime</a> bezog und die positiven Erwartungen im Zeitalter der <a href="Aufkl%C3%A4rung" title="Aufklärung">Aufklärung</a> an den Fortschritt der Gesellschaft zum Ausdruck brachte, erfuhr im Zuge des <a href="Kolonialismus" title="Kolonialismus">Kolonialismus</a> im 19. Jahrhundert eine Neubewertung. Es etablierte sich die Vorstellung von unzivilisierten außereuropäischen Gesellschaften, denen die eigene zivilisierte Gesellschaft gegenübergestellt wurde.
</p><p>Etymologisch stammt das Wort <i>Zivilisation</i> vom französischen <i>civilisation</i>. Es kann weiter verfolgt werden über das lateinische <i>civilis</i> und seine Wurzel im Begriff <i>civis</i>. Dieser bezeichnet die <i><a href="B%C3%BCrger" title="Bürger">Bürger</a></i> (anfangs spezifisch <i>Stadtbewohner</i>) Roms. Dort tritt eine Verwandtschaft mit dem lateinischen Begriff <i>civitas</i> auf, welcher Städte und Stadtstaaten bezeichnet. Eine Rückführung des Begriffs auf eines der entscheidenden Merkmale von Zivilisationen, den Bau von Städten, ist somit belegbar.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wortgebrauch">Wortgebrauch</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Umgangssprache">Umgangssprache</h3></div>
<p>Zivilisation, einem <a href="Volk" title="Volk">Volk</a> oder einer bestimmten <a href="Menschheit" class="mw-redirect" title="Menschheit">Menschheit</a> zugesprochen, umreißt:
</p>
<ul><li>Lebensbedingungen, die gekennzeichnet sind durch:
<ul><li><a href="Arbeitsteilige_Wirtschaft" class="mw-redirect" title="Arbeitsteilige Wirtschaft">arbeitsteilige Wirtschaft</a></li>
<li>Städtebau</li>
<li>ein gewisses technisch-mechanisches Entwicklungsniveau</li>
<li>eine hierarchisch geordnete Verwaltungs- und Machtstruktur</li>
<li>gewisse hochkulturelle Genauigkeit</li>
<li>institutionalisierte Rechtsprechung</li>
<li>einen gewissen materiellen <a href="Wohlstand" title="Wohlstand">Wohlstand</a></li></ul></li>
<li>Mitunter versteht man unter dem Begriff eine wertende Definition:
<ul><li>positiv im Sinne von <a href="Gesittung" class="mw-redirect" title="Gesittung">Gesittung</a> und Lebensverfeinerung im Gegensatz zur „<a href="Barbarei" title="Barbarei">Barbarei</a>“, Brutalität und Gesetzlosigkeit oder im Sinne eines, als überlegenen empfundenen, Zustandes einer Gesellschaft.</li>
<li>negativ abgesetzt von <a href="Kultur" title="Kultur">Kultur</a>, historisch Anfang des 20. Jahrhunderts, um „deutsche Kultur“ gegen „welsche (französische) Zivilisation“ auszuspielen, in jüngerer Zeit dann, wenn eine Gesellschaft nur noch auf Funktionalismus, Nützlichkeitsdenken, <a href="Komfort" title="Komfort">Komfort</a> und übertriebene <a href="Technisierung" title="Technisierung">Technisierung</a> ausgerichtet ist.</li></ul></li></ul>
<p>Der Beginn der Zivilisation wird oft in den frühen <a href="Hochkultur_(Geschichtswissenschaft)" title="Hochkultur (Geschichtswissenschaft)">Hochkulturen</a> gesehen. Die Landwirtschaft erfordert <a href="Sesshaftigkeit" title="Sesshaftigkeit">Sesshaftigkeit</a>, somit waren nun mehr Menschen als jemals zuvor an einem Ort über längere Zeit gebunden. Hieraus ergab sich einerseits eine Abneigung gegen das <a href="Nomadentum" class="mw-redirect" title="Nomadentum">Nomadentum</a>, andererseits kam es zu neuen Regelungen für das Zusammenleben in den neu entstandenen Städten: <a href="Religion" title="Religion">Religion</a>, <a href="Herrschaft" title="Herrschaft">Herrschaft</a>, <a href="Kultur" title="Kultur">Kultur</a> etc., welche die <i><a href="Wiege_der_Zivilisation" title="Wiege der Zivilisation">Wiege der Zivilisation</a></i> bilden.
</p><p>Die <a href="Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte" title="Allgemeine Erklärung der Menschenrechte">Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</a>, auf die sich die <a href="UNO" class="mw-redirect" title="UNO">UNO</a> 1948 als verbindlich für alle Menschen und Staaten geeinigt hat, wird umgangssprachlich als <i>Zeichen der Zivilisation</i> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kolonialismus">Kolonialismus</h3></div>


<p>Im <a href="Legitimation_(Politikwissenschaft)" title="Legitimation (Politikwissenschaft)">Legitimierungsdiskurs</a> zum <a href="Kolonialismus" title="Kolonialismus">Kolonialismus</a> der europäischen Großmächte spielte die Aufgabe, die unterworfenen Völker zu „zivilisieren“, eine zentrale Rolle.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies zeigte sich bereits im <a href="Mission_(Christentum)" title="Mission (Christentum)">Missionierungsauftrag</a>, mit dem die Spanier nach der <a href="Entdeckung_Amerikas_1492" title="Entdeckung Amerikas 1492">Entdeckung Amerikas 1492</a> ihre Eroberungen in der <a href="Neue_Welt" title="Neue Welt">Neuen Welt</a> rechtfertigten. Später trat der christliche Bezug in den Hintergrund. In jedem Fall wurde die indigene Bevölkerung <a href="Rassismus" title="Rassismus">rassistisch</a> als unterlegen angesehen, ob nun im Bild des „<a href="Edler_Wilder" title="Edler Wilder">Edlen Wilden</a>“, der zwar naiv und unzureichend bekleidet sei, aber zentrale Werte bereits von Natur aus in sich trage und dazu der Erziehung und Bildung durch die Europäer bedürfe, oder im Schreckbild des „<a href="Kannibalismus" title="Kannibalismus">Kannibalen</a>“, der mit allen Mitteln, auch mit Gewalt, von seinem grässlichen Tun abzubringen sei.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies wurde nicht nur als Recht der europäischen Mächte angesehen, sondern regelrecht als deren Verpflichtung. Ein klassisches Beispiel hierfür ist <a href="Rudyard_Kipling" title="Rudyard Kipling">Rudyard Kiplings</a> Gedicht <i><a href="The_White_Man%E2%80%99s_Burden" title="The White Man’s Burden">The White Man’s Burden</a></i> aus dem Jahr 1899, in dem der Kolonialismus nicht als profitables Unternehmen, sondern als eine „Last“ der Weißen dargestellt wurde, die zu tragen und der seine besten Söhne zu opfern moralisch geboten sei. Der Chefideologe des britischen Kolonialismus <a href="Frederick_Lugard%2C_1._Baron_Lugard" title="Frederick Lugard, 1. Baron Lugard">Lord Lugard</a> räumte ein, dass Kolonialbesitz auch Vorteile für die Kolonialmächte bot, und sprach von einem „doppelten Mandat“: Zum einen gehe es darum, den Wohlstand der Metropole zu sichern, zum anderen aber auch, in den Kolonien die Segnungen des materiellen und zivilisatorischen Fortschritts zu verbreiten.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der angebliche Zivilisierungsprozess wurde dabei aber nie als abgeschlossen imaginiert, denn dies hätte ja das Ende der Kolonialherrschaft impliziert.
</p><p>Die Zivilisierung, mit der die Kolonialmächte ihre außereuropäische Herrschaft rechtfertigten, wurde auch als Argument eingesetzt, sie anderen Ländern <a href="Propaganda" title="Propaganda">propagandistisch</a> abzusprechen: So veröffentlichte <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Großbritannien</a> während des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg"> Ersten Weltkriegs</a> ein <i>Blue Book</i>, um nachzuweisen, dass das <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Deutsche Reich</a> <a href="Deutsches_Kolonialreich" class="mw-redirect" title="Deutsches Kolonialreich">seinen Kolonien</a> keinen Fortschritt, sondern Krieg, <a href="Zwangsarbeit" title="Zwangsarbeit">Zwangsarbeit</a> und <a href="V%C3%B6lkermord" title="Völkermord">Völkermord</a> gebracht habe.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies bildete dann die Begründung, mit der ihm im <a href="Vertrag_von_Versailles" class="mw-redirect" title="Vertrag von Versailles">Vertrag von Versailles</a> 1920 alle Kolonien abgenommen wurden.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entgegensetzung_von_Kultur_und_Zivilisation">Entgegensetzung von Kultur und Zivilisation</h3></div>
<p>In <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> entstand im Anschluss an <a href="Immanuel_Kant" title="Immanuel Kant">Immanuel Kant</a> eine Tradition, die Kultur und Zivilisation begrifflich und normativ unterschied: Diese wurde als rein technisch oder politisch verstanden, als „allerlei gesellschaftlicher <a href="Umgangsformen" title="Umgangsformen">Artigkeit</a> und Anständigkeit“, während jene eine tiefer gehende <a href="Moral" title="Moral">Moral</a> umfasse. Kultur ist für Kant das Mittel, mit dem der Mensch erst eigentlich zum Menschen werde, gleichzeitig auch dessen Zweck und der Prozess der so verstandenen Menschwerdung.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch <a href="Richard_Wagner" title="Richard Wagner">Richard Wagner</a> benutzte das Wort pejorativ: Er polemisierte gegen die Zivilisation, die die <a href="Wissenschaft" title="Wissenschaft">Wissenschaft</a> als <a href="Abgott" title="Abgott">Abgott</a> eingesetzt habe, die <a href="Demokratie" title="Demokratie">Demokratie</a> und <a href="Mammon" title="Mammon">Mammonismus</a> verbreite. Die Verantwortung für diese von ihm negativ bewerteten Erscheinungen wies er als <a href="S%C3%BCndenbock" title="Sündenbock">Sündenbock</a> dem Judentum zu. In diesem Sinne definierte er Zivilisation als „barbarisch-judaisches Gemisch“.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>
Die Scheidung zwischen Kultur und Zivilisation wurde im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> <a href="Nationalismus" title="Nationalismus">nationalistisch</a> aufgeladen. <a href="Thomas_Mann" title="Thomas Mann">Thomas Mann</a> identifizierte in seinen <i><a href="Betrachtungen_eines_Unpolitischen" title="Betrachtungen eines Unpolitischen">Betrachtungen eines Unpolitischen</a></i> Kultur mit den Deutschen und wies den Kriegsgegner des <a href="Westliche_Welt" title="Westliche Welt">Westens</a> die weniger wertvolle Zivilisation zu: „Deutschtum, das ist Kultur, Seele, Freiheit, Kunst und nicht Zivilisation, Gesellschaft, Stimmrecht, Literatur“. Mann etablierte hier das Schmähwort des „Zivilisationsliteraten“ (gemeint war sein Bruder <a href="Heinrich_Mann" title="Heinrich Mann">Heinrich</a>), der aus scheinbarer Menschenliebe für Demokratie eintrete, mit einer solchen Politisierung aller Lebensbereiche die wesentlichen Menschheitsfragen verfehle, die nicht politisch, sondern nur seelisch-moralisch beantwortet werden könnten.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bereits zu Beginn des Krieges hatten „Vertreter deutscher Wissenschaft und Kultur“ im <i><a href="Manifest_der_93" title="Manifest der 93">Manifest der 93</a></i> vom 4. Oktober 1914 öffentlich die Vorwürfe bestritten, die deutschen Truppen hätten <a href="Kriegsverbrechen" title="Kriegsverbrechen">Kriegsverbrechen</a> begangen, und sie gegen die russischen Truppen gerichtet: </p><div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Sich als Verteidiger europäischer Zivilisation zu gebärden, haben die am wenigsten das Recht, die sich mit Russen und Serben verbünden und der Welt das schmachvolle Schauspiel bieten, <a href="Mongole" class="mw-redirect" title="Mongole">Mongolen</a> und <a href="Neger" title="Neger">Neger</a> auf die <a href="Wei%C3%9Fsein" class="mw-redirect" title="Weißsein">weiße Rasse</a> zu hetzen.“
</p>
</blockquote>
</div></div><p> Die <a href="Kriegspropaganda" class="mw-redirect" title="Kriegspropaganda">Kriegspropaganda</a> der Westmächte griff diesen dünkelhaften Vorwurf auf und karikierte den deutschen Kulturanspruch, etwa in Harry R. Hopps’ Werbung, sich freiwillig zur <a href="US_Army" class="mw-redirect" title="US Army">US Army</a> zu melden, aus dem Jahr 1917, in welcher das Deutsche Reich als vergewaltigendes Untier mit <a href="Pickelhaube" title="Pickelhaube">Pickelhaube</a> dargestellt wurde, dessen blutige Keule wie zum Hohn die deutschsprachige Aufschrift „Kultur“ trägt.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In seiner ebenfalls 1918 erschienenen Schrift <i><a href="Der_Untergang_des_Abendlandes" title="Der Untergang des Abendlandes">Der Untergang des Abendlandes</a></i> ordnete <a href="Oswald_Spengler" title="Oswald Spengler">Oswald Spengler</a> Kultur und Zivilisation zeitlich nacheinander an: Letztere deutete er als <a href="Dekadenz" title="Dekadenz">dekadentes</a> Spätstadium der ersteren, ja als deren Tod.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Soziologie">Soziologie</h3></div>
<p><a href="Norbert_Elias" title="Norbert Elias">Norbert Elias</a> hat zuerst 1939 in <i><a href="%C3%9Cber_den_Prozess_der_Zivilisation" class="mw-redirect" title="Über den Prozess der Zivilisation">Über den Prozess der Zivilisation</a></i> den Begriff „Zivilisation“ im Sinne von „Zivilisierung“ verwendet. In diesem Hauptwerk beschreibt er „Zivilisierung“ als einen langfristigen Wandel der Persönlichkeitsstrukturen, den er auf einen Wandel der Sozialstrukturen zurückführt. Faktoren des sozialen Wandels sind der kontinuierliche technische Fortschritt und die Differenzierung der Gesellschaften einerseits sowie der ständige Konkurrenz- und Ausscheidungskampf zwischen Menschen und Menschengruppen andererseits. Diese führen zu einer Zentralisierung der Gesellschaften (Einrichtung staatlicher Gewalt- und Steuermonopole) sowie zur Geldwirtschaft. Das Bindeglied zwischen diesen sozialstrukturellen Veränderungen und den Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur ist die Tatsache, dass die gegenseitigen Abhängigkeiten wachsen, die „Interaktionsketten“, in die Menschen eingebunden sind. Dies erzwingt eine zunehmende Affektkontrolle (auch als Bedingung sozialer Evolution<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>), d.&nbsp;h. zwischen spontanen emotionalen Impuls und tatsächliche Handlung tritt immer mehr ein Zurückhalten dieses Impulses und ein Überdenken der (Rück-)Wirkungen des eigenen Handelns. Diese Haltung wird durch Verstärkung des „Über-Ich“ verinnerlicht und verfestigt, d.&nbsp;h. der Zentralisierung innerhalb der Gesellschaft folgt mit gewisser Verzögerung eine „Zentralisierung“ innerhalb der Persönlichkeit. Dies bewirkt ein <i>Sinken der <a href="Gewalt" title="Gewalt">Gewaltbereitschaft</a></i>, ein <i>Vorrücken der <a href="Schamgef%C3%BChl" title="Schamgefühl">Scham</a>- und Peinlichkeitsschwellen</i> sowie eine <i>Psychologisierung</i> (Steigerung der Fähigkeit, die Vorgänge innerhalb anderer Menschen zu verstehen) und <i>Rationalisierung</i> (Steigerung der „Langsicht“, d.&nbsp;h. der Fähigkeit, die Folgen der eigenen Handlungen über immer mehr Glieder der Kausalketten „vorauszuberechnen“).
</p><p>Elias zeigt dies mit umfangreichem empirischem Material besonders am Beispiel der französischen Geschichte, in der diese langfristigen Trends besonders frühzeitig zu beobachten waren. Seit dem <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> kam es zur „Verhofung“ bzw. „Verhöflichung“ des alten Burg- und Landadels an den Höfen der ihre Macht konzentrierenden Monarchen. Dies folgte im Wesentlichen der Entstehung der stehenden Söldnerheere und ihrer Finanzierung durch ein sich modernisierendes monetäres zentrales Steuerwesen (anstelle von Naturalabgaben). Die neue Heeresverfassung machte die unzuverlässigen feudalen Heere des Adels überflüssig, da sie dank der Steuern auch bezahlt werden konnten, die wiederum der Adel nicht erheben konnte, der relativ zur Zentralmonarchie verarmte. Der König (am gewandtesten <a href="Ludwig_XIV." title="Ludwig XIV.">Ludwig XIV.</a>) eröffnete dann den Adeligen am Hofe neue Karrierechancen, wo sie statt auf <a href="Faustrecht" title="Faustrecht">Faustrecht</a> auf <a href="Courtoisie" title="Courtoisie">Courtoisie</a> und <a href="H%C3%B6fisch" title="Höfisch">höfisches</a> Intrigieren umgeschult wurden, also auf psychologischen Scharfblick, und aus Raufbolden mit Schwertern Hofleute mit Galanteriedegen wurden. Das Ganze war ein von niemandem geplanter strukturierter Prozess <a href="Sozialer_Wandel" title="Sozialer Wandel">sozialen Wandels</a> (eine <a href="Figuration_(Soziologie)" title="Figuration (Soziologie)">Figuration</a>), indem sich raubritterliche Brutalität zusehends als unpraktisch erwies (<a href="Duell" title="Duell">Duellverbote</a>) und die Manieren sich verfeinerten. Diese <a href="Sitte" title="Sitte">Sitten</a> wurden dann zumal auch vom Bürgertum kopiert (vgl. <a href="Gabriel_Tarde" title="Gabriel Tarde">Gabriel Tarde</a>) und veränderten die Gesellschaft insgesamt, <i>zivilisierten</i> sie.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Hochkultur_(Soziologie)" title="Hochkultur (Soziologie)">Hochkultur (Soziologie)</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ethnologie_/_Anthropologie_/_Kulturpsychologie"><span id="Ethnologie_.2F_Anthropologie_.2F_Kulturpsychologie"></span>Ethnologie / Anthropologie / Kulturpsychologie</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Kalte_und_hei%C3%9Fe_Kulturen_oder_Kulturelemente" title="Kalte und heiße Kulturen oder Kulturelemente">Kalte und heiße Kulturen oder Kulturelemente</a></i></div>
<p><a href="Claude_L%C3%A9vi-Strauss" title="Claude Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a> schlug vor, Kulturen nach ihrer weltanschaulichen Einstellung zum Kulturwandel zu unterscheiden. Er hatte festgestellt, dass „primitive“ naturangepasste Ethnien komplexe soziale Verhaltenssysteme haben, um jeglichen Wandel der bewährten Lebensweisen so weit wie möglich zu vermeiden. Er bezeichnete sie als „kalte Gesellschaften“. „Heiße Gesellschaften“ nannte er demgegenüber die modernen Zivilisationen, bei denen eine fortschreitende Entwicklung in allen Lebensbereichen kennzeichnend ist. Je größer der Antrieb zu tiefgreifender und schneller Modernisierung der Zivilisation ist, desto „heißer“ ist sie. Das Modell wurde von anderen Wissenschaftlern ausgebaut und verfeinert.
</p><p>In anderen Kulturen kann der Begriff „Zivilisation“ bisweilen eine ganz andere Bedeutung haben, wie das folgende Zitat zeigt:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Der Mann, der in seinem Zelt auf dem Boden saß und über den Sinn des Lebens meditierte, sich seiner Verwandtschaft mit allen Lebewesen bewusst wurde und seine Einheit mit dem Universum erkannte, dieser Mann nahm in sich das Wesentliche auf, was Zivilisation eigentlich bedeutet.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card"><a href="Luther_Standing_Bear" title="Luther Standing Bear">Luther Standing Bear</a>, Oglala-Lakota</span><sup id="cite_ref-Flohr_15-0" class="reference"><a href="#cite_note-Flohr-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Astronomie">Astronomie</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Astronomie" title="Astronomie">Astronomie</a></i></div>
<p>Innerhalb der <a href="Astrobiologie" title="Astrobiologie">Astrobiologie</a> und <a href="Exosoziologie" title="Exosoziologie">Exosoziologie</a> wird spekuliert, ob es auch auf anderen Welten (<a href="Exoplanet" title="Exoplanet">Exoplaneten</a>) Lebewesen mit wissenschaftlich-technischer Organisation gibt.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese werden als <a href="Extraterrestrisch" title="Extraterrestrisch">extraterrestrische</a> Zivilisationen bezeichnet. Über die Wahrscheinlichkeit ihrer Existenz und möglichen Häufigkeit wird mit Hilfe der <a href="Drake-Gleichung" title="Drake-Gleichung">Drake-Gleichung</a> diskutiert. Die <a href="Kardaschow-Skala" title="Kardaschow-Skala">Kardaschow-Skala</a> kategorisiert mögliche Entwicklungsstufen nach dem Energieverbrauch.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Zivilisationskritik" class="mw-redirect" title="Zivilisationskritik">Zivilisationskritik</a>/<a href="Primitivismus" title="Primitivismus">Primitivismus</a></li>
<li><a href="Zivilisationskrankheit" title="Zivilisationskrankheit">Zivilisationskrankheit</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Guy Ankerl: <i>Coexisting Contemporary Civilizations. Arabo-Muslim, Bharati, Chinese, and Western.</i> INUPRESS, Genf 2000, ISBN 2-88155-004-5.</li>
<li>Stanley Diamond: <i>Kritik der Zivilisation. Anthropologie und die Wiederentdeckung des Primitiven.</i> Campus, Frankfurt am Main/New York 1976</li>
<li><a href="Fernand_Braudel" title="Fernand Braudel">Fernand Braudel</a>: <i>Die Geschichte der Zivilisation. 15. bis 18. Jahrhundert</i>. Zürich 1971, ISBN 3-463-13684-8.</li>
<li>G. Bollenbeck: <i>Zivilisation.</i> In: Joachim Ritter, Karlfried Gründer, Gottfried Gabriel (Hrsg.): <i>Historisches Wörterbuch der Philosophie.</i> Band 12, Sp. 1365–1379.</li>
<li>George Basalla: <i>Civilized life in the universe – scientists on intelligent extraterrestrials.</i> Oxford University Press, New York, NY 2006, ISBN 0-19-517181-0.</li>
<li><a href="Norbert_Elias" title="Norbert Elias">Norbert Elias</a>: <i>Über den Prozess der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen.</i> Band 1: <i>Wandlungen des Verhaltens in den westlichen Oberschichten des Abendlandes.</i> Band 2: <i>Wandlungen der Gesellschaft. Entwurf zu einer Theorie der Zivilisation.</i> Bearbeitet von Heike Hammer, Amsterdam 1997 (= <i>Norbert Elias, Gesammelte Schriften.</i> 19 Bände. Hrsg. im Auftrag der Norbert-Elias-Stichting Amsterdam von Reinhard Blomert, Heike Hammer, Johan Heilbron, Annette Treibel und Nico Wilterdink. Band 3). ISBN 3-518-58244-5.</li>
<li>Jörg Fisch: <i>Zivilisation, Kultur.</i> In: Otto Brunner u.&nbsp;a. (Hrsg.): <i>Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland.</i> Bd. 7, Stuttgart 1992, S. 679–774.</li>
<li>Samuel P. Huntington: <i>Kampf der Kulturen. The Clash of Civilizations. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert.</i> München 1997, ISBN 3-203-78001-1, S. 49–62 und S. 495–531.</li>
<li>Michael Michaud: <i> Contact with Alien Civilizations – Our Hopes and Fears about Encountering Extraterrestrials.</i> Springer, Berlin 2006, ISBN 0-387-28598-9.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Zivilisation" class="extiw external" title="wikt:Zivilisation">Wiktionary: Zivilisation</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Civilizations?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Zivilisationen</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Zivilisation" class="extiw external" title="q:Zivilisation">Wikiquote: Zivilisation</a></b>&nbsp;– Zitate </div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wikibooks"></span></span></div><b><a href="https://de.wikibooks.org/wiki/Wikijunior_Alte_Zivilisationen" class="extiw external" title="b:Wikijunior Alte Zivilisationen">Wikibooks: Wikijunior Alte Zivilisationen</a></b>&nbsp;– Lern- und Lehrmaterialien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Karl Dietrich Hüllmann: <i>Städtewesen des Mittelalters.</i> I–IV, Bonn 1826–1829, Band II, S. 245 f. und 467–469</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://www.zdf.de/funk/kurzgesagt-11090/funk-steht-unsere-zivilisation-vor-dem-zusammenbruch-102.html">[1]</a>, abgerufen am 5. September 2022.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Larry E. Sullivan: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.fr/books?id=3041K2Zv76AC&amp;pg=PT113&amp;dq=%22from+the+Latin+civilis%22&amp;hl=fr&amp;sa=X&amp;ei=p_8PT5jSGYyyhAfFx5iJAg&amp;ved=0CE0Q6AEwBQ#v=onepage&amp;q=%22from%20the%20Latin%20civilis%22&amp;f=false"><i>The SAGE glossary of the social and behavioral sciences.</i></a> Editions SAGE, 2009, S. 73.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Auch zum Folgenden <a href="J%C3%BCrgen_Osterhammel" title="Jürgen Osterhammel">Jürgen Osterhammel</a>: <i>Kolonialismus. Geschichte – Formen – Folgen.</i> C.H. Beck, München 20065, S. 112–115 </span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Iris Gareis: <i>Von „grimmigen Menschenfressern“ und „Edlen Wilden“. Kannibalismus in frühen Reiseberichten aus Amerika zwischen Alteritätsdiskurs und Kulturkritik</i>. In: Robert Rebitsch, Friedrich Pöhl und Sebastian Fink (Hrsg.): <i>Die Konstruktion des Kannibalen zwischen Fiktion und Realität</i>. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2017, S. 127–154.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Sönke Kunkel und Christoph Meyer: <i>Dimensionen des Aufbruchs. Die 1920er und 1930er Jahre in globaler Perspektive.</i> In: dieselben (Hrsg.): <i>Aufbruch ins postkoloniale Zeitalter. Globalisierung und die außereuropäische Welt in den 1920er und 1930er Jahren.</i> Campus, 2012, S. 7 –36, hier S. 24.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Mads Bomholt Nielsen: <i>Delegitimating Empire. German and British Representations of Colonial Violence, 1918–19.</i> In: <i><a href="The_International_History_Review" title="The International History Review">The International History Review</a></i> (2019), S. 1–18.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Caroline Authaler: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/APuZ_2019-40-42_online_0.pdf"><i>Das völkerrechtliche Ende des deutschen Kolonialreichs. Globale Neuordnung und transnationale Debatten in den 1920er Jahren und ihre Nachwirkungen</i></a>. in: <i>Aus Politik und Zeitgeschichte</i> 69, Heft 40–42 (2019), S. 4–10, hier S. 4 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Fischer: <i>Was wird aus der Kultur? Kulturphilosophie nach Kant</i>. In: Ian Kaplow: <i>Nach Kant: Erbe und Kritik</i>. LIT Verlag Münster, 2005, S. 136–158, hier S. 138 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Hildegard Châtellier: <i>Wagnerismus in der Kaiserzeit.</i> In: <a href="Uwe_Puschner" title="Uwe Puschner">Uwe Puschner</a>, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht (Hrsg.): <i>Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871–1918.</i> Κ. G. Saur, München/New Providence/London/Paris 1996, ISBN 3-598-11241-6, S. 575–612, hier S. 579 f. (abgerufen über <a href="Verlag_Walter_de_Gruyter" class="mw-redirect" title="Verlag Walter de Gruyter">De Gruyter</a> Online).</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Hans-Ulrich_Wehler" title="Hans-Ulrich Wehler">Hans-Ulrich Wehler</a>: <i>Deutsche Gesellschaftsgeschichte</i>, Bd. 4: <i>Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949</i> C.H. Beck Verlag, München 2003, S. 20 (hier das Zitat); Hugh Ridley und Jochen Vogt: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.munzinger.de/document/22000443500_090"><i>Mann, Thomas – Betrachtungen eines Unpolitischen</i></a>. In: <i><a href="Kindlers_Literatur_Lexikon" title="Kindlers Literatur Lexikon">Kindlers Literatur Lexikon</a></i>, 3., völlig neu bearbeitete Auflage, J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2009 (abgerufen von Bücherhallen Hamburg am 8. Dezember 2019).</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Frank Kämpfer: <i>„Destroy this mad brute“. Emotionale Mobilmachung in den USA 1917.</i> In: <a href="Gerhard_Paul_(Historiker)" title="Gerhard Paul (Historiker)">Gerhard Paul</a> (Hrsg.): <i>Das Jahrhundert der Bilder. 1900 bis 1949.</i> Vandenhoeck &amp; Ruprecht, Göttingen 2009, S. 212–219, hier S. 215 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Detlef_Felken" title="Detlef Felken">Detlef Felken</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.munzinger.de/document/22000655700_010"><i>Spengler, Oswald – Der Untergang des Abendlandes</i></a>. In: <i>Kindlers Literatur Lexikon</i>, 3., völlig neu bearbeitete Auflage, J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2009 (abgerufen von Bücherhallen Hamburg am 8. Dezember 2019).</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Detlef Weinich: <i>Institutionen und Affektkontrolle als „Constraints“ sozialen Wandels. Norbert Elias (1897–1990) und die Zivilisationstheorie im Licht biologisch-systemtheoretischer Evolutionskonzepte.</i> In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen, 24, 2005, S. 434–473, insbesondere S. 460 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-Flohr-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Flohr_15-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Flohr: <i>Die geheimen Botschaften der Naturvölker.</i> In: <i>P.M. Perspektive.</i> Nr. 92/028 "Naturvölker", Gruner + Jahr AG, München 1992.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Bernard M. Oliver: <i>Proximity of galactic civilizations.</i> In: <i>Icarus.</i> Volume 25, Issue 2, Juni 1975, S. 360–367. <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1016/0019-1035%2875%2990031-7">10.1016/0019-1035(75)90031-7</a></span></span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Thomas B. H. Kuiper u. a.: <i>Resource letter ETC-1 – Extraterrestrial civilization.</i> In: <i>American Journal of Physics.</i> Vol. 57, Jan. 1989, S. 12–18, <a href="Bibcode" title="Bibcode">bibcode</a>:<a rel="nofollow" class="external text" href="https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/1989AmJPh..57...12K">1989AmJPh..57...12K</a></span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Emmanuel Davoust: <i>Demography of Extraterrestrial Civilisations.</i> In: Ders.: <i>The Cosmic Water Hole.</i> MIT Press, Cambridge 1991, ISBN 0-262-54161-0, S. 107–120.</span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4067906-8">4067906-8</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-10-17" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Zivilisation&amp;oldid=260683036">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>